Brasilianischer Heimatabend“ mit Ipanema Beach Hotel im
club junges europa in Steinbach
Es ist Nacht, es ist recht warm, brasilianische Musik erklingt, die
Menschen fühlen sich wohl, singen und tanzen selbstvergessen...sind wir
in Rio de Janeiro? Wir sind im cje in Steinbach, und trotz der kalten
Nacht draußen ist es der Latin-Jazzband Ipanema Beach Hotel für einige
Stunden gelungen, mit ihrer Musik die Wärmegrade deutlich zu erhöhen
und die typisch lateinamerikanische Atmosphäre entstehen zu lassen. Der
Vorrat an Zutaten für Caipirinhas war schon in der Pause erschöpft.
Verstanden mit ihrer Musik, die typisch lateinamerikanische Atmosphäre
entstehen zu lassen: Ipanema Beach Hotel.Foto: J. Fiedler
Von Miklós Vajna
BACKNANG. In einem rein instrumentalen Stück, dem „Brazilian
Beat“, stellen die vier Musiker des Ipanema Beach Hotel nach der Pause
ihr Können unter Beweis. Es sind: Thorsten Meinhardt am Bass, dezent,
aber immer präsent, mit einem ganz speziellen Basssolo, dann Jörn
Baehr, der die typischen rhythmisierten Harmonien und Fill-ins mit
seiner Gitarre liefert, einige gefühlvolle Soli hat und außerdem einen
Teil der Moderation übernimmt – von ihm stammt der griffige Ausdruck
„brasilianischer Heimatabend“. Der Saxofonist Martin Keller spielt
zusätzlich noch Klarinette und Akkordeon und hat einige wichtige
percussionistische Aufgaben. Neben seinen teilweise fetzigen Soli, in
die er sich mit wahrer Inbrunst hineinsteigert, setzt er sein Instrument
mit naturnachahmenden und urtümlichen Geräuschen ein. Zusätzlich zu
den heißen Rhythmen seines Schlagzeugs sorgt der Perkussionist Jürgen
Braun für eine immense Vielfalt an Klangfarben und skurrilen Geräuschen,
versucht zwischendurch mit gewundenen Erläuterungen den
weltanschaulichen Hintergrund einzelner Stücke zu erhellen und ist
einige Male als Backgroundsänger mit rauer Stimme zu hören.
Und dann: Jeschi Paul! Immer in Bewegung, immer mit vollem Einsatz,
faszinierend. Wenn sie singt, tanzt und flüstert, glaubt man kaum, dass
sie keine waschechte Brasilianerin ist. Temperamentvoll und anmutig
bewegt sie sich zur Musik, die Augen leuchten, ihre Mimik erzählt
ausdrucksvoll die Geschichte des Liedes. Das breite Spektrum ihrer
gesanglichen Möglichkeiten umfasst die stilistisch nötige Härte wie
auch die klagende Weichheit, das leise Gehauchte wie auch das exaltiert
Melodramatische. Das Scatten liegt ihr genauso gut wie das Einstreuen
typischer brasilianischer Geräusche und Laute. Mühelos fließen ihr
geballte Textanhäufungen von den Lippen. Intonation und Führung der
Stimme sind perfekt. Bei aller Professionalität und Stilsicherheit ist
der Gesang immer voller Leben und Gefühl. Witz und Frotzeleien mit den
anderen Bandmitgliedern lockern auf. Die Erscheinung ist elegant, die
Performance niveauvoll, das Ermutigen zum Mitmachen nie plump
anbiedernd. Die Musikstücke der Band sind typisch brasilianisch, natürlich
wird „Girl von Ipanema“ gespielt – in einem eigenen, coolen
Arrangement, es sind Kompositionen von Antonio Carlos Jobim dabei und
auch Eigenkompositionen. Manch Ungewöhnliches kommt zu Gehör:
Schneewittchen gibt’s wohl auch in Brasilien, und ein Kuckuck ruft im
Urwald. Der Sound ist gut abgemischt und durchsichtig, die Lautstärke
angenehm. Dies war im laufenden Jahr die dritte, vom Publikum sehr gut
angenommene Jazz-Veranstaltung des cje. Hoffentlich werden noch weitere
folgen.
Althengstett
"Brasil
Jazz" begeistert immer
Schwarzwälder-Bote,
vom 28.02.2012
Mit
rasanten Rhythmen und temperamentvollem Gesang begeisterten die fünf MusikerJeschi
Paul, Martin
Keller, Thorsten
Meinhardt, Jürgen
Braun und Jörn
Baehr der
Gruppe "Ipanema
Beach Hotel" ein zahlreiches Publikum im "Schwarzen Schaf".
Foto: Klormann Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Ralf Klormann
Althengstett-Ottenbronn.
Mit Gitarren, Saxofon, Schlagzeug und Bass, einer Vielzahl brasilianischer
Instrumente, exzellenter Gesangsdarbietung sowie einer ordentlichen
Portion Hüftschwung brachte die Gruppe "
Ip
anema Beach Hotel" am Wochenende die Räumlichkeiten des Schwarzen
Schafs in Ottenbronn zum Beben.
Dabei
präsentierte die Band nicht nur erneut ihr Programm "Nos Vamos Ao
Brasil", wie zuletzt vor zwei Jahren, sondern zudem ganz neue, eigene
Kompositionen sowie einige Coversongs, die die Künstler im Stil ihres
unvergleichlichen Musikgenres "Brasil Jazz" herausragend
bearbeitet hatten."Wir erweitern unser Repertoire eigentlich ständig
mit Sachen, die uns gefallen", verriet Sängerin
Jeschi Paul
eine Zutat des Erfolgsrezepts der
Musiker
, durch die sich jeder Auftritt ein wenig anders, aber stets
abwechslungsreich und mitreißend gestalte.
Ob rasante Rhythmen, sanfte
Klänge, temperamentvolle Tanzeinlagen von Paul oder virtuose Soli sowie
Im
pr
ovisationen der Instrumentalisten
Martin Keller
(Saxophon),
Thorsten Meinhardt
(Bass),
Jürgen Braun
(Perkussion) und
Jörn Baehr
(Gitarre) – die fünf Künstler verkörperten bei ihrer Darbietung stets
eine solche Energie und Lebensfreude, dass selbst ein Lied über verlorene
Liebe eine eher fetzige und optimistische denn traurige Wirkung
entfaltete.
Trotz mittlerweile 15
Jahren Bandgeschichte zeigten die
Musiker
von Ermüdung oder gelangweilter Routine keine Spur, die langjährige
Erfahrung schien sich eher überaus positiv auszuwirken.
"Am Anfang spielten
wir zum Beispiel viele Stücke noch auf Englisch, aber es hat sich
gezeigt, dass es im portugiesischen Original einfach besser wirkt",
erzählte Paul, "und es macht auch immer noch Spaß, denn die Band
entwickelt sich immer weiter."
So gelang es den Künstlern
gegen Ende ihres Auftritts schließlich auch mühelos, einige Zuhörer des
begeisterten Publikums dazu zu animieren, selbst das Tanzbein zu
schwingen, wobei es sich im Unterschied zu ihrem letzten Auftritt im
"Schwarzen Schaf" nicht nur um Frauen handelte.
Paul, die sich sehr über
diese enorme Resonanz freute, kommentierte das gemischt geschlechtliche
Engagement scherzhaft: "Da hat man mal gesehen, dass auch die schwäbische
Männerhüfte zum Tanzen geeignet ist."